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Das Freiräumchen hat regulär jeden Donnerstag von 19:00 bis 01:00 Uhr geöffnet.

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Aus aktuellem Anlass veröffentlichen wir hier ein Flugblatt:

Bash Back!
Gegen Homo- und Transphopbie in Serbien und überall!

Demo zur serbischen Botschaft am 30. September 2009
Treffpunkt: 16:00 Uhr Marcus Omofuma Denkmal, Museumsquartier/Mariahilfer Straße

Seit nun 40 Jahren finden alljährlich fast überall auf der Welt Demonstrationen zur
Erinnerung an die sogenannten Stonewall Riots in der New Yorker Christopher Street statt.
Als Paraden verfolgen sie vor allem das Ziel, selbstbewusst lesbische, bisexuelle, schwule,
intersexuelle, queere, transsexuelle, transgender und viele andere nicht
heterosexuelle Begehrens- und Lebensweisen sichtbar zu machen.

Sind diese Paraden in den kapitalistischen Metropolen längst Marketing-Plattformen für
verschiedenste Unternehmen und Lobby-Organisationen, so ist jede ungestörte
Durchführung einer solchen Veranstaltung in den postsowjetischen Transformationsstaaten
Ost- und Südosteuropas ein echter Erfolg. In einigen Staaten werden sie von vorn herein
verboten, in Ungarn und Serbien können sie zumindest auf Grund des geltenden Rechts
nicht verboten werden.

Die Organisator_innen der Budapest Pride haben durch massive Zugeständnisse an die
ungarischen Behörden erreicht, dass die Demo von der Polizei vor dem faschistischen Mob
geschützt wird. Der Preis dafür war, dass die Parade letzlich unter Ausschluss der
Öffentlichkeit stattfand. In Belgrad haben sich die Organisator_innen anders entschieden.
Als die Polizei sich nicht in der Lage sah, eine Parade durch die Belgrader Innenstadt vor
den Faschisten zu schützen und einen Ersatzort vorgeschlagen hat, haben die
Organisator_innen der Pride allerdings einen anderen Weg eingeschlagen als in Budapest:
Die Parade wurde abgesagt, anstatt auf die Sichtbarkeit zu verzichten.

Rechtsextremistische Gewalttäter haben in beiden Städten Menschen angegriffen, die sie
für potentiell lesbisch oder schwul gehalten haben. Während es in Budapest im Vergleich zu
den vergangenen Jahren einigermaßen glimpflich ablief (3 zum Teil schwer Verletzte von ca.
1500 Demonstrant_innen und über 40 festgenommen Faschisten), sind der geplanten
Menschenjagd in der Belgrader Innenstadt zum Glück zwar keine Menschen zum Opfer gefallen,
aber die 37 Verhaftungen von Rechtsextremisten, ohne das die Pride überhaupt stattgefunden
hat, machen deutlich, was alles hätte passieren können.

Unser Weg führt zur serbischen Botschaft, weil wir es für unerträglich halten, dass die
serbischen Behörden anscheinend den Kampf gegen Rechtsextremismus und Faschismus
aufgegeben haben.

Aber auch aus deutschen oder österreichischen Städten werden immer wieder Gewalttaten
gegen Nicht-Heterosexuelle gemeldet. Auch wenn Unterschiede in der Intensität der
Gewalt bestehen und in der Verfolgungsbereitschaft staatlicher Autoritäten gegen die
Täter, so kann keineswegs von einem Abnehmen homo- und transphober Gewalt
gesprochen werden. Ähnliches gilt für die legale Diskriminierung nicht-heterosexueller
Lebensweisen. Österreich fällt dabei im EU-Vergleich weit zurück.

Wir, die antifaschistischen Lesben, Transsexuellen, Ladz, Twinks, Drag Kings, Femmes,
Tunten, Bears, Ladies, Asexuellen, Drag Queens, Daddies, Butches, Sons, Fairies, Roboter,
Schwuchteln, Intersexuellen, Schwestern, Cyborgs, warmen Brüder, Genderbender_innen,
Transen, Bis, Homos, Transgenders, Queers und Zuckerschnecken demonstrieren heute
gegen Bevormundungen, Gewalt und alle anderen Zumutungen, die uns daran hindern
unsere Begehren frei auszuleben. Wir reden nicht nur von Homo- und Transphobie
woanders, sondern auch hier soll jede_r wissen, dass wir uns immer wehren werden,
wenn uns wer bedroht.

Stay queer and rebel!
Für das gute Leben!
Spaß an den Rändern der Gesellschaft ist möglich!

budapest_support@riseup.net