home




   
 

What the FAQ?

von Marty Huber am 2010-05-28 09:45:51
Artikel drucken

Immer wieder kommt es zu Fragen, bezüglich unserer Gestaltung der Hausfassade. Anlass für das aktuelle Transparent war Österreichs Abschiebungspolitik.

„Abartige gegen Abschiebung“ ist auf dem neuen Transparent an der Fassade der Rosa Lila Villa zu lesen. Daneben ein Portrait einer Frau mit dem Schriftzug „Maria Frontex“, sowie gefaltete Hände von denen Blut tropft. Für manche ist das ganze eher ein Bilderrätsel, für andere ein Ärgernis und für wieder andere vielleicht eine klare Sache. Hier aber trotzdem ein paar klärende Worte auf Fragen, die auftauchen könnten.

Wer ist diese Frau?

Das Portrait stilisiert Maria Fekter, die derzeitige Innenministerin. Sie ist in Österreich für die Durchführung der Asylgesetze politisch zuständig. Sie kann ganz allgemein als Hardlinerin in Fragen des Asyls gesehen werden. Sie ist federführend bei der Verschärfung der Voraussetzungen für Asylverfahren, sie war/ist aber zusätzlich in lesbischwulen und transgender Kreisen als Verfechterin konservativer, diskriminierender und homophober Gesetzgebung bekannt.

Wer oder was ist Frontex?

Frontex ist die Europäische Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen. Ihre Hauptaufgabe sollte in der Verbesserung der Koordinierung der Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten im Bereich des Schutzes der Außengrenze der Mitgliedstaaten liegen. Gleichzeitig wird aber auch die Unterstützung der Mitgliedsstaaten in ihrer hoheitlichen Aufgabe der Grenzsicherung sowie der Abschiebung von nicht aufenthaltsberechtigten Ausländern hervorgehoben. Laut einem Bericht von derstandard.at werden ca. 30% der in der EU von der Frontex koordinierten Abschiebungen über den Flughafen Wien Schwechat abgewickelt.

Was heißt hier gegen Abschiebung sein?

Anlass für das Transparent war eine dieser Frontex Massenabschiebungen, die am 4. Mai 2010 stattfand. Mit an Board waren zwei Nigerianer, die beim FC Sans Papiers in Wien engagiert waren. Seit Jahren waren sie in Österreich integriert. Trotzdem wurden sie abgeschoben. Einer von ihnen beantragte Asyl aufgrund von Homosexualität, da im Norden Nigerias Lesben und Schwule mit Steinigung bedroht werden. Im Süden Nigerias wird sie mit bis zu 14 Jahren Haft geahndet. Trotzdem wurde er nach Nigeria Abgeschoben. Denn Homosexualität ist explizit kein Asylgrund in Österreich. Sie ist zwar in den sozialen Gruppen eingeschlossen, jedoch kommt es immer wieder zur Behauptung die Asylwerbenden könnten ihre Homosexualität nicht nachweisen.

Warum denn schon wieder Abartig?

„Können wir nicht einfach normal sein? Endlich gibt es die Eingetragene Partner_innenschaft und ihr pocht schon wieder auf das Pervers-Sein! Ich dachte, wir hätten das hinter uns!“ So, oder ähnlich denken manche aus der Community, wenn wir Wörter, wie pervers, abnormal, oder in diesem Falle abartig benutzen. Wenn Abschiebung von Personen in Länder, in denen sie aufgrund ihrer Homosexualität oder ihres Engagements für eine rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung mit Haftstrafen, körperlicher Bestrafung oder sogar mit dem Tode bedroht werden, als richtig, gut und normal betrachtet wird, dann sind wir gern abartig, unnormal und pervers! Niemals werden wir die menschenverachtende Praktik der Abschiebung dulden!

"Aus taktischen Gründen leise zu treten, hat sich noch immer als Fehler erwiesen."

Johanna Dohnal





zurück