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Berlin: Kritik an der "taz" wegen Homo-Haltung

von Udo W. Häberlin am 2012-07-13 17:44:45
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Die sexuelle Orientierung ist weder Bedrohung noch Beleidigung Ausgerechnet die links-alternatve "die tageszeitung" (taz) erklärt Homosexualität zur "Privatsache"

Die sexuelle Orientierung eines Menschen ist ebenso wenig "Privatsache" wie seine Hautfarbe, man kann sie sich nicht aussuchen. Sie ist Teil der Persönlichkeit und spiegelt sich nicht nur im Bett, sondern im gesamten Lebensumfeld wider.
Homo, hetero oder bi zu sein, ist kein Tabu und nichts, was man verheimlichen oder für das man sich schämen müsste. Darüber zu reden oder zu schreiben, ist weder eine Bedrohung noch eine Beleidung und schon gar keine "Hetzjagd", wie selbst in der schwulen Blogosphäre zu lesen war.
Mit dem bewussten Verschweigen unterstützt man stattdessen ein Klima, das es manchen Teenagern noch immer schwer macht, ihr Coming-out problemlos anzugehen.

Solange wir nicht völlig selbstverständlich mit der sexuellen Orientierung umgehen - mit der eigenen wie der von Dritten -, tappen wir nur weiter in die Diskriminierungs- und Minderwertigkeits-Falle, die uns die heterosexuelle Mehrheitsgesellschaft stellt und dabei von der "freien Entscheidung des Einzelnen" faselt.
Kein einziger Hetero würde doch je auf die Idee kommen, seine sexuelle Orientierung zur "Privatsache" zu erklären! Im Gegenteil: Politiker posieren auf Wahlplakaten stolz mit ihren Gattinnen und Kindern, auf dem Klingelknopf der Nachbarn heißt es "Herr und Frau Schmidt" und von meinen Facebook-Freunden werde ich im Fünf-Minuten-Takt mit Hetero-"Bekenntnissen" bombardiert. Schwuler Umweltminister, lesbische Chefredakteurin
Allein dieses Argument rechtfertigt, warum wir auf queer.de heute klipp und klar vom "schwulen CDU-Umweltminister Peter Altmaier" schreiben und nicht, wie Jan Feddersen, mit Andeutungen und vielen Pünktchen um den vermeintlich heißen Brei herumschwurbeln. Aber selbst das war für Ihre Biedermeier-"taz" ja zu viel!
Dass wir erst jetzt so deutlich werden, hat sehr viel mit den namentlichen Abstimmungen Ende Juni im Deutschen Bundestag und den sich anschließenden Debatten in der Community zu tun. Und queer.de weiter; "Unsere Geduld ist einfach am Ende, vor allem mit "unseren" Spezis von Schwarz-Gelb. Warum sollen wir einen schwulen CDU-Abgeordneten, der sowohl gegen die Ehe-Öffnung als auch gegen die Gleichstellung Eingetragener Partnerschaften stimmt, bei seinem überflüssigen Versteckspiel weiter unterstützen? Ist es nicht geradezu unsere journalistische Pflicht, es zu kritisieren, wenn er einem Boulevardblatt das angestaubte Märchen vom ewigen Junggesellen auftischt?"

"Schwule und Lesben sind keine besseren Menschen, Politiker und Journalisten, das ist mir seit langem klar", so Micha Schulze, geschäftsführender Redakteur von queer.de. Und weiter: "Von der lesbischen Chefredakteurin der "taz" hätte ich aber mehr erwartet - nicht nur mehr Mut im Fall der Klemmschwester Altmaier, sondern überhaupt mehr Engagement in der Berichterstattung über Ehe-Öffnung und Parteien auf dem CSD."

queer.de.



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