Viele führen heute ein Singleleben in abgeschlossener Privatheit. Doch wie kam es eigentlich zu dieser?
Als
Stadtplaner befasse ich mich ja meist mit den urbanen, öffentlichen Räumen.
Dennoch interessieren mich auch immer wieder die privaten Räume, insbesondere
die Veränderungen der Gesellschaft, beispielsweise die Anerkennung und
zunehmende Wertschätzung homosexueller Lebensformen.
„Wenn sich
die Beziehungen der Menschen untereinander ändern, ihr Denken, Empfinden und
Handeln, dann äußert sich dies dementsprechend auch die Art und Weise ihres
Zusammenlebens und –wohnens, denn „jeder Art eines Beisammen“ von Menschen
entspricht eine bestimmte Ausgestaltung des Raumes...“
Sämtliche Wohngemeinschaften, die in der Praxis oft scheitern, versuchten sich
der Wohnung zu unterwerfen, anstatt die Rahmenbedingungen zu hinterfragen und
anzupassen.
Die
Auswirkungen davon auf private Räume und im Speziellen die einhergehenden
Ansprüche auf die Wohn- und Gemeinschaftsstrukturen beschäftigten mich seither.
Im Diskurs sah ich die Erfordernis flexible Grundrisse für solidarisches und
chancengleiches Gemeinschaftswohnen zu entwickeln. Nachdem ich der Aufgabe
passende Leitbilder und Planungskriterien hierzu zu suchen näher war, startete
ich 1998, das gesellschaftliche Experiment, eine generationenübergreifenden
Lebensgemeinschaft für Schwule in Wien zu initiieren.
Doch viele
haben sich im laufe der Zeit von der gemeinschaftlichen Wohnform gelöst und
führen ein Singleleben in mehr oder weniger abgeschlossner Privatheit. Doch wie
haben sich überhaupt private Räume entwickelt? Wie ist das Private, die
ausgeprägte Individualität eigentlich entstanden? Und welche Auswirkungen hatte
das auf die Wohn- und Lebensform und welche gesellschaftliche Folge
produzierten sie wiederum?
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