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Gemeinschaft versus Privatheit im Raum Teil 1

von Udo W. Häberlin am 2004-05-03 13:02:42
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Viele führen heute ein Singleleben in abgeschlossener Privatheit. Doch wie kam es eigentlich zu dieser?

Als Stadtplaner befasse ich mich ja meist mit den urbanen, öffentlichen Räumen

Als Stadtplaner befasse ich mich ja meist mit den urbanen, öffentlichen Räumen. Dennoch interessieren mich auch immer wieder die privaten Räume, insbesondere die Veränderungen der Gesellschaft, beispielsweise die Anerkennung und zunehmende Wertschätzung homosexueller Lebensformen.

„Wenn sich die Beziehungen der Menschen untereinander ändern, ihr Denken, Empfinden und Handeln, dann äußert sich dies dementsprechend auch die Art und Weise ihres Zusammenlebens und –wohnens, denn „jeder Art eines Beisammen“ von Menschen entspricht eine bestimmte Ausgestaltung des Raumes...“[1] Sämtliche Wohngemeinschaften, die in der Praxis oft scheitern, versuchten sich der Wohnung zu unterwerfen, anstatt die Rahmenbedingungen zu hinterfragen und anzupassen.

Die Auswirkungen davon auf private Räume und im Speziellen die einhergehenden Ansprüche auf die Wohn- und Gemeinschaftsstrukturen beschäftigten mich seither. Im Diskurs sah ich die Erfordernis flexible Grundrisse für solidarisches und chancengleiches Gemeinschaftswohnen zu entwickeln. Nachdem ich der Aufgabe passende Leitbilder und Planungskriterien hierzu zu suchen näher war, startete ich 1998, das gesellschaftliche Experiment, eine generationenübergreifenden Lebensgemeinschaft für Schwule in Wien zu initiieren.

Doch viele haben sich im laufe der Zeit von der gemeinschaftlichen Wohnform gelöst und führen ein Singleleben in mehr oder weniger abgeschlossner Privatheit. Doch wie haben sich überhaupt private Räume entwickelt? Wie ist das Private, die ausgeprägte Individualität eigentlich entstanden? Und welche Auswirkungen hatte das auf die Wohn- und Lebensform und welche gesellschaftliche Folge produzierten sie wiederum?



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