Schwer Punkt: Frauenöffentlichkeitenvon Udo W. Häberlin am 2004-05-04 19:11:50 Artikel druckenDie derive ist eine bedeutende deutschsprachige Zeitschrift für Stadtforschung.
Die derive Heft 15 will ich ganz besonders empfehlen: Den Einstieg „Über ein unmögliches Verlangen - Freie Entfaltung im Frauenraum?“ liefert Jutta Sommerbauer. Danach folgt ein Gespräch zwischen Renata Fuchs und Alice Pechriggl. Dies stellt ein fachliches Geplaudere auf hohem Niveau über Frauenräume und -projekten dar.
„Im Zeitalter des Postfeminismus“ stellt Yvonne P. Doderer Überlegungen zur Notwendigkeit einer Standortbestimmung an. Darin gelingt ihr ein inhaltsgeladener Bogen, der vom „beharren vieler Frauen/ Lesben auf eine Beibehaltung biologisch begründeter Exklusionskriterien...“ bis hin zu den Zugriffen auf feministische Politik, um sich „strategische Schützenhilfe [zu] holen und sich argumentativ [zu] bedienen.“ Als nächstes schreiben Jo Schmeiser und Gabriele Marth in „Politik der (Un)Sichtbarkeit“ ihre „Überlegungen zur Bedeutung von Öffentlichkeitsarbeit in der antirassistischen feministischen Praxis“, die damit auch die Projekte und ihre Zusammenhänge selbst als Öffentlichkeiten betrachten, die mit ihrem Wissen und Selbstverständnis Teilhabe an der dominanten Öffentlichkeit einfordern können. Ein Chat-Protokoll von A room of one’s own kam zur Aussage „Feministische Forderungen sind tragbar“. Im Artikel „Handlung ist der einzige Weg zu echten Lösungen“ wird das Wiener Ladyfest im Juni näher beleuchtet. Der Rep-Song Ladycrash sowie „Öffentlichkeit in einer digitalisierten Informationsgesellschaft-Gedanken über Wirkungen und Nebenwirkungen“ von Yo Taubert befassen sich ebenfalls mit diesem Event.
Nach der KünstlerInnenseite über das Video von der TransGenderperson Gitte Villesen und Lars Erik Frank folgen die Besprechungen. Hiervon soll noch auf das Projekt MuSIEum Von Elke Krasny; sowie auf die folgenden Bücher verwiesen werden:
Zusammen wohnen von Micha
Fedrowitz und Ludger Gailing und
An Architektur, Gemeinschaftsräume
Queer Denken von Andreas Kraß
(K)ein Geschlecht oder viele?
Transgender in politischer Perspektive von polymorph (Hg.)
Urban Form. Städtebau in der postfordistischen
Gesellschaft von Renate Banik-Schweitzer, Eve Blau
Raum, Macht & Differenz
von Dörte Kuhlmann
Die drei Kolumnen runden das Heft ab:
Josch Hoenes Raum – Identität – Politik. Zur Frage der Definition von Räumen
Christina Nemec politik braucht gewissen – ein gebiss – oder gewissensbisse ...
annaconda Schlampen und Genderfucker
Anita Aigner Furor und Rumor des Reformgeistes. Architekturfakultät auf dem Prüfstand
siehe auch: www.derive.at
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