Urbanität: Aktzeptanzschule für Minderheiten?von Udo W. Häberlin am 2004-05-11 19:01:45 Artikel drucken Gibt es die berechtigte Hoffnung, dass der urbane Raum die Menschen emanzipieren und integrieren könnte? Ist der Traum von Vielheit in Einheit, von heterogener Homogenität wirklich Bestandteil von unsere friedfertiger Menschlichkeit?
Teilweise scheint es, als konstituiere sich eine neue Bürgerschaft im urbanen Raum, die die Gleichgültigkeit gegenüber unterschiedlichster Lebensentwürfe kultiviert. Bedeutet es Zivilcourage das Individuum vor der Gemeinschaft zu schützen oder ist es Humanität, wenn ich den einzelnen isolierten Menschen in die Gemeinschaft aufnehme und integriere. Wird Eigensinn oder Gemeinsinn hochgehalten?
Die Bindung der Menschen an einen Ort, an einen Partner, an eine Überzeugung lockert sich; die Verbindlichkeit der gesellschaftlichen Institutionen verlieren an Kraft. Überall bilden sich neue, kleinere Formen der Gemeinschaft, das große Ganze hat sich für viele erübrigt.
Überspitzt könnte man sagen: Wir sind durch nichts mehr getrennt – aber auch durch nichts mehr verbunden. Weil die Nähe verloren ging, braucht es keinen Abstand mehr. Ein Grund, warum die Grenze zwischen Publik und Privat verschwimmt. Dies zeigen auch die öffentlichen Räumen:
Ist dieser noch „Orte des Austauschs, der zufälligen Begegnung, des Kennenlernens“?
Im Zeitalter der Chat-Rooms und der elektronischen Hochgeschwindigkeits-Post weltweit wissen wir, dass es für diesen Austausch nicht zwingend des öffentlichen Raums bedarf; virtuell gibt es andere, ortlose Möglichkeiten.
Doch wie steht es hierbei mit der Konfrontation mit dem Fremden, dem Anderen, dem alten Traum der Aufklärung? Kann die „gesellschaftliche Integrationsfunktion“ eine Perspektive der Stadt bleiben?
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Beachte hierzu auch die ÖH-Freecadraktion im Juni, bei der das Denken in Vorurteilen und Rollenklischees thematisiert wird.
(„AKZEPTANZ!“ Plakate sind kostenfrei in der WASt queerwien erhältlich)
Webtipp:
www.nichtmitmir.at
oeh.univie.ac.at/dido
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