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Weg mit der Ehe!

von Karin Schönpflug am 2004-07-23 09:54:25
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Lesbenberatung
Positionierung Nummer 1: Ehe-PartnerInnenschaft: Genug gesagt, der Lila Tip spricht Klartext. Die Bevorzugung der Ehe muss ein Ende finden!

Die Lesbenberatung im Rosa Lila Tip, Rosa Lila Villa, lehnt die Lesbenehe, die Homoehe, die Schwulenehe, den Zivilpakt (ZIP) und auch den Ehebund für Heterosexuelle prinzipiell ab. Gleiche Rechte und Pflichten (Mietrecht, Aufenthaltsrecht, Versicherungsrecht, Erbrecht, Steuerrecht, u.s.w...) sollten allen Menschen zustehen, egal welche Form der PartnerInnenschaft sie gerade leben.

Abgesehen von der "schützenswerten" heterosexuellen oder homosexuellen Zweierbeziehung mit oder ohne Kind gibt es eine breite Palette von Lebenszusammenhängen, wie z.B. selbstverliebte Singlehaushalte, Mehrfachbeziehungen, WGs, Hausgemeinschaften, Frauenbanden, FreundInnennetzwerke, u.v.m., die nicht nur darauf abzielen, ihr Eigentum und ihre Arbeitskraft zu poolen und ökonomisch durch juristische Verträge abzusichern, was ein Kerngedanke der Ehe ist. Aus feministischer Perspektive ist das Modell "Ehe" ohnehin anzuzweifeln, da die Ehe der Ort ist, wo sich gesamtgesellschaftliche geschlechtsbedingte Ungleichgewichte jahrhunderte lang manifestiert haben. Feministinnen haben längst alternative Konzepte entwickelt!

Alle Menschen die für sich gewählt haben, nicht in statischen dualen (heterosexuellen) Beziehungen zu leben, werden staatlich-rechtlich-paternalistisch finanziell, judikativ und auch mit massiven Eingriffen in andere persönliche Freiheiten (wie zum Beispiel gesellschaftliche Ablehnung) benachteiligt und indirekt für ihre abweichlerische Lebensführung bestraft. Die "Homoehe" oder den Zivilpakt für alle Zweierbeziehungen zu fordern, greift viel zu kurz und diskriminiert immer noch all jene, die anders leben wollen oder müssen! Besonders in einem ökonomischen neoliberalen gesamtgesellschaftlichen Kontext, in dem Individualismus und der/die einzelne als "Ich-Aktie" immer wichtiger genommen werden, ist es unerlässlich, niemanden und/oder keine Form von Miteinander auszugrenzen und schlechter zu stellen. Die lesbische Community sollte ein Ort sein, wo solidarische Verhältnisse für alle gelten, ohne Privilegien und Belohnungen für diejenigen, die es geschafft haben, sich mehr oder weniger dauerhaft in Zweierreihen zu gruppieren.

Die Mitarbeiterinnen der Lesbenberatung sprechen sich aus ihrem feministischen, antihierarchischen, antirassistischen Selbstverständnis heraus, dagegen aus, einzig und allein Abbilder der heterosexuellen Zweiernorm als erstrebenswerte Beziehungsform staatlich anerkannt zu haben! Wir fordern echte Gleichstellung für alle Beziehungs- und Lebensformen mit oder ohne staatliche Anerkennung!
Kreative Gesellschaftsmodelle und selbstbestimmte, gleichberechtigte Lebenszusammenhänge für alle!



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