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Zündstoff: Kirchenaustritt

von Robert Simbürger am 2004-10-07 08:46:45
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Medienkampagnen, Sündenböcke, Machtinteressen, ... führen oft zu hitzigen Diskussionen.
Auch auf der TU Wien ist nun eine solche Debatte unter den Studierenden ausgebrochen. Doch manchmal verschwimmen die Grenzen von Interessenlobbys und Opfern...

Begonnen hat die Kamapagne „Ich muss mal austreten!“ bereits Wochen bevor der Skandal um den St. Pöltner Bischof Kurt Krenn von den Medien ins Rollen gebracht wurde.
Es war von „Kinderpornografie und Homosexualität“ im Priesterseminar die Rede. Mit solchen reißerischen Überschriften versuchten Printmedien, Fernsehen und Internetseiten die Leser- bzw. Seherzahlen zu erhöhen.

Die Tatsache, dass es eigentlich darum ging, dass im St. Pöltner Priesterseminar aus einem Computer eine Festplatte sichergestellt wurde, schien dabei wie eine Nebensache zu sein. Ein rechtsstaatliches Verfahren prüft ob dieses Material nach österreichischem Gesetz unter „kinderpornografisches Material“ fällt und dann, um Kinder vor Fotografierinteressen und weiteren Absichten zu schützen, verboten ist.
Nun ist etwas Zeit vergangen, Bischof Krenn ist/wurde zurückgetreten (nachdem ein alter, kranker Mann in Rom sich endlich dazu entschlossen hatte) und es ist um das Thema etwas stiller geworden.

Was sich die Öffentlichkeit nun wohl dabei denkt? Sind die Schwulen jetzt diese Bösewichte, die sich Kinder-Pornos aus dem Internet runterladen? Oder sind die jungen Priester so barbarisch und ungezügelt?
Machen sich alle gütigen Menschen nur aus List an Jugendliche oder gar Kinder heran?
Die Verantwortlichen wurden bestraft – aber was hat sich nun grundlegend geändert?

Deckel drauf und Schluss.

Fragt sich nur wie lange es dauert, bis der Topf wieder übergeht.
Das Schlimme an der ganzen Sache haben nur wenige erkannt.

Homosexualität hat genausowenig mit Kinderpornografie zu tun wie Heterosexualität! Beide sind gesunde Arten von menschlicher Sexualität, die es zu leben gilt.

Kinderpornografie und Machtmissbrauch sind etwas anderes und diese Kriminalität wird rechtsstaatlich von Richtern und Richterinnen bestraft! Sie gehört nicht in die Willkür des Volkes oder der Hetze von Medien!

Das Verhalten der Medien, schwule Männer aufgrund einer Vermischung von Begriffen pauschal zu verurteilen, ist mehr als unfair.
Solange die katholische Kirche so weitermacht wie bisher, nicht über Änderungen im großen Rahmen nachdenkt (ich bin sicher viele es tun) und nicht den Mut findet dann auch wirklich was zu ändern, halte in einen Austritt nicht nur als gerechtfertigt – nein ich rate auch dazu.

Ein Kirchenaustritt bedeutet keineswegs dem Glauben den Rücken zuzukehren, sondern vielmehr ein Zeichen zu setzen nicht mehr mit dem Verein „Katholische Kirche“ konform zu gehen. Gott hat alle Menschen gleich lieb, wieso dann Unterschiede machen.



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