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The L factor or there’s something about Mary

von Marty Huber am 2004-10-21 10:49:50
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Dick Cheneys Tochter Mary wurde Teil der Wahlstrategie der Demokraten und ihrer Wahlkampagne. Sie ist Lesbe und arbeitet für ihren republikanischen Vater. Jetzt gerät sie ins Licht der Öffentlichkeit.

Zuerst tat es Edwards, dann Kerry und irgendwann war klar, da muss eine Strategie dahinter stecken. Beide „outeten“ Mary Cheney, die Tochter des US-amerikanischen Vizepräsidenten Dick Cheney als Lesbe. Und das zur amerikanischen Primetime, nämlich in den von Millionen verfolgten Wahlkampfdiskussionen. Edwards durfte als erster ausprobieren, wie die Öffentlichkeit auf dieses Outing regierte, auf die Frage nach der Homo-Ehe antwortete er mit dem Hinweis auf Cheneys Familie, die ihre lesbische Tochter als solche respektieren, aber Lesben und Schwule nicht die mindesten Menschenrechte, wie das Besuchsrecht im Krankheitsfall zuerkennen. Natürlich sind die Demokraten für die schützenswerte Hetero-Ehe, aber nicht so rigide wie die Republikaner, die ja in ihren Kernschichten Homosexualität als Sünde, moralischen Verfall, als das Böse und noch einiges mehr abstempeln. Cheney sagte auf die Frage nach der Homo-Ehe nur, dass er derselben Meinung wie sein Präsident sei und trotz der Möglichkeit mehr dazu zu sagen, blieb es bei diesem einzigen Satz, der Rest war Schweigen. Bei der letzten Fernsehdiskussion zwischen Kerry und Bush kam es zum fast gleichen Ablauf, Kerry zollte der Familie Cheney seinen Respekt, wie offen sie mit ihrer lesbischen Tochter umgingen und er meinte jedoch gleichzeitig, dass allen Menschen gewisse Grundrechte zu kommen sollten. Was Bush sagte, können wir uns sparen, ich sag nur: „Zwischen Mann und Frau...“

Bier für die Community

Wer aber ist nun Mary Cheney und wurde sie bösartigerweise von den Demokraten aus dem Schrank geworfen? Nein, sie lebte schon viel offener als Lesbe, als sie es womöglich jetzt tut. Nach ihrem College Abschluss tourte sie in einer Werbekampagne mit Mr. Leather 1999 durch die Community Beisl, um das Bier der Coors Brauerei zu bewerben. Eine Brauerei, die 20 Jahre boykottiert worden war, weil niemand ihre rassistische und homophobe Firmenpolitik unterstützen wollte. Cheney startete eine Kampagne, diesen Boykott zu brechen, was ihr auch zum Teil gelang. Sie ist auch Mitglied der Republican Unity Coalition, einer Organisation die zwischen Homos und Heten bei den Republikanern vermitteln soll. 2000 verließ sie die Coors Brauerei, um für ihren Vater und an der Wahlkampagne zu arbeiten. Seit dem schweigt sie und unterstützt damit die sich verschärfende homophobe Politik der Bush Administration und bekommt dafür alle zwei Wochen einen Scheck von $ 2776,-.

Obwohl die beiden Demokraten Kerry und Edwards von Mary Cheney respektvoll sprachen, wurden sie von republikanischer Seite der Ausschlachtung des Lebensstiles Mary Cheneys bezichtigt. Ihre Mutter meinte sogar, wer 2004 das Wort „Lesbe“ benutzt erinnere an die Verleumdungskampagnen der McCarthy Ära. Das Verhalten der Herausforderer sei ein billiger und geschmackloser politischer Trick. Sie präsentiert „Lesbe“ als beleidigendes Schimpfwort, aber wie kann eine sich öffentlich als Lesbe bekennende Frau mit nichts weiter als diesem Wort beschimpft werden. Vielmehr beleidigt Mommy ihre eigene Tochter, aber ich denke nicht, dass Frau Cheney sich ernsthaft mit ihrer Hompohobie auseinandersetzen will.

Rechtsrechte abschrecken

Analysten meinen jedoch, dass es hauptsächlich um ca. 4 Millionen fundamentalistische rechte WählerInnen geht, die schon bei den Wahlen 2000 zu Hause geblieben waren und das wahrscheinlich deswegen, weil Bush erwischt worden war, betrunken mit dem Auto gefahren zu sein. Ob sich das so einfach erklären lässt, weiß ich nicht, aber scheinbar wollen die Demokraten auf diesen Effekt setzen. Einen Vizepräsidenten, deren Tochter in Sünde lebt und keine Avancen macht ihren Lebensstil zu bereuen, macht sich im Bible Belt nicht besonders gut.

s.a. die "Dear Mary" Kampagne



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